Frühjahresschub am Immobilienmarkt
Conrad Meissler für den Hamburger "Klönschnack"
Nach dieser Vorgabe erweist sich das gestiegene Angebot als oft nicht geeignet. Viele Einfamilienhäuser, die im Zuge des demografischen Wandels an den Markt kommen, können die hohen energetischen Standards nicht erfüllen bzw. erfordern zusätzliche Investitionen, mit denen sich die meisten Kaufinteressenten nur ungern beschäftigen wollen. Das kleiner gewordene Angebot an Neubauten bietet für viele Nachfrager nicht immer die wirkliche Alternative. Denn viele Neubauten wurden in jüngster Zeit in nicht mehr den besten Wohnlagen errichtet, sondern mussten sich mit eher normalen Lagen begnügen, da die Spitzenlagen inzwischen in den meisten Fällen überbaut sind.
Immobilien können dann höhere Preise erzielen, wenn sie sich in guten Lagen befinden und einen modernen Standard bieten. Deshalb stiegen die Preise für Eigentumswohnungen mit plus 2,7 Prozent hamburgweit schon im letzten Jahr stärker als im Vorjahr (plus 1,4 Prozent). In diesem Jahr könnte sich der Korridor gesuchter Objekte weiter verengen, da die Nachfrage ehr stärker als im Vorjahr ist. Darüber hinaus erwarten wir durch die geopolitische Lage, insbesondere den Iran-Krieg, weiter steigende Energiepreise mit wachsender Inflation und schließlich steigenden Bauzinsen. Die starke Frühjahrsnachfrage wird insofern noch einmal zunehmen, um sich die noch vergleichsweise günstigen Zinsen zu sichern.