INFLATION LOCKT WIEDER MEHR KÄUFER IN DIE IMMOBILIE

Conrad Meissler in der 'HafenCity Zeitung' und dem Hamburger 'Klönschack'
Es war das Institut, dass seit Jahren vor dem Platzen einer Immobilienblase vor allem am Wohnimmobilienmarkt gewarnt hatte, das nun erstmals von leichten Rückgängen bei den Angebotspreisen für Wohneigentum in Deutschland berichtete. Danach sind im dritten Quartal die Preise für angebotene Eigentumswohnungen um 0,7 Prozent leicht gesunken. Zugleich beschwichtigt das Institut mögliche Sorgen mit dem Hinweis, die Entwicklung nicht überzubewerten, da Eigenheime in vielen Städten rar und die wenigen Angebote sehr heterogen seien.

Noch deutlicher drückt es der Immobilienverband Deutschland (IVD) aus, der beim Blick zurück auf das erste Halbjahr 2022 noch deutliche Preissteigerungen feststellt. So habe die Mietpreisdynamik flächendeckend zugelegt. Bundesweit seien die Mieten um 3,3 bis 3,6 Prozent gestiegen. Der IVD begründet den Mietenanstieg damit, dass derzeit vermehrt Kaufinteressenten bei ihrer Suche nach Wohnraum vom Kauf zu Mietwohnraum umschwenken. Gleichwohl waren noch im ersten Halbjahr die Kaufpreise kräftig expandiert. Nach den IVD-Daten, denen keine Angebotspreise sondern echte Transaktionen zugrunde liegen, hätten sich Wohnungen mit mittlerem Wohnraum um rund 12,1 Prozent verteuert. Eine rasche Trendumkehr erwartet der Verband derzeit noch nicht. Denn es sei am Markt noch nicht ausgemacht, wohin die Reise weitergehe.

Es spreche vieles dafür, dass der wegen der schwierigen Rahmenbedingungen gedämpfte Immobilienmarkt wieder kräftig zurückkommen werde. Denn während viele Kaufinteressenten einen nicht mehr so großen finanziellen Spielraum hätten und dabei als Nachfrager ausfallen, würden auf der anderen Seite viele Interessenten mit Vermögen noch nach einer Anlage suchen, die vor der hohen Inflation schützt und dabei wiederum bei Immobilien landen. Wir können diese Entwicklung auch in Hamburg nachvollziehen, da die gestiegenen Zinsen letztlich durch die aktuelle Inflation schon mittelfristig mehr als kompensiert werden. Schon im kommenden Jahr dürften zu erwartende erhebliche Lohn- und Gehaltsteigerungen den gestiegenen Zinskosten entgegenwirken. Daneben drückt eine Inflation von im Schnitt 8 Prozent im Jahr den Wert von Schulden um 50 Prozent gerechnet auf einen Zehnjahreszeitraum. Das Umdenken hat bei einigen Kaufinteressenten bereits begonnen und sie wieder zu ihrer ursprünglichen Absicht eines Kaufes hinwenden lassen.

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