EIN GESPENST AM IMMOBILIENMARKT

Conrad C. Meissler in dem Hamburger 'Klönschnack' und der 'HafenCity Zeitung'
Es geht ein Gespenst um am Immobilienmarkt, es soll so aussehen wir eine Blase. Wir greifen erneut in den Nebel, der in den jüngsten Wochen vielfach auch von namhafter Seite aufgeworfen wird, und wollen mit guten Gründen den Nebel bzw. das Gespenst vertreiben. Denn erneut wird angesichts des fast schon galoppierenden Preisanstiegs bis zu 15 Prozent allein im ersten Halbjahr für Wohnimmobilien insbesondere in den guten Lagen Hamburgs von der Bildung einer Preisblase berichtet, die in nicht allzu ferner Zukunft zu platzen drohe.

Die immer wieder betonten Rückschlaggefahren drohten in der Tat, wenn es sich bei Wohnimmobilien um Spekulationsobjekte handeln würde. Dies passierte bei uns nur einmal und zwar in den frühen 90er Jahren, als zur Förderung des Wiederaufbaus in den neuen Bundesländern der Staat enorme steuerliche Abschreibungsmöglichkeiten einräumte. Wohnungen wurden vielfach nur erworben, um Steuern zu sparen. Nach dem Wegfall der Steuervorteile sank das Interesse und die Preise halbierten sich. Das ist heute nicht der Fall. Es bestehen nämlich unverändert zwei drängende Probleme. Erstens: die großen Ballungsräume wachsen und benötigen schlicht mehr Wohnraum, der nicht genügend geschaffen wird. Zweitens: der Generationswechsel, der erst gerade mit den ersten aus den geburtenstarken Jahren der Bundesrepublik beginnt, erzeugt neuen, zusätzlichen Wohnraumbedarf. Die Älteren suchen komfortable, kleinere Wohnungen, während deren Kinder Familien gründen und in die Häuser bzw. auf die Grundstücke der Älteren ziehen. Diese Älteren konkurrieren mit immer mehr Kapitalanlegern, die ihr Geld angesichts der niedrigen Zinsen und der steigenden Inflation in Wohnungen zur Vermietung investieren und sie so dem Markt der Eigennutzer entziehen.

Der Effekt ist seit einiger Zeit zu beobachten; die Mieten bleiben angesichts des steigenden Angebots an Mietwohnungen stabil, während die Kaufpreise rapide steigen. Eine Trendumkehr ist nicht in Sicht, zumal die Älteren mangels Alternativen derzeit ihre Häuser nicht verkaufen und damit das Angebot weiter verringern. Sollte das Angebot wieder steigen, steht gewissermaßen eine Reservearmee an Nachfragern bereit, die Preisrückgänge verhindern wird. 

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