DIE NEUE NORMALITÄT

Conrad Meissler im "Klönschnack" und der "HafenCity Zeitung"
Die lange erwarteten Lockerungen des öffentlichen Lebens ermöglichen einen neuen Blick auf das Geschehen auch an den verschiedenen Märkten. Reisen ins Ausland – selbst wenn sie wieder leichter möglich werden – nimmt kaum einer wahr; üppiges Einkaufen auch nicht. Es ist viel von einer neuen Normalität die Rede, die offenbar eher im Verzicht gesehen wird als in einer wirklichen Rückkehr in die Zeit vor Corona. Ganz anders sieht es am Wohnimmobilienmarkt aus. Dort stellt sich allmählich eine Lage ein, die nicht anders ist als vor der großen Virus-Krise. Die alten Themen des Wohnimmobilienmarktes sind die neuen.

Die Nachfrage ist wieder auf dem Normalniveau – also stetig zu hoch für das Angebot. Das Angebot ist derzeit sogar noch niedriger, weil viele potentiellen Verkäufer ihre Verkaufsabsichten erst einmal zurückgestellt hatten und nun erst allmählich ihre ursprünglichen Pläne wieder aufnehmen. In Hamburg wurde fleißig gebaut, allein fast 10.000 neue Wohnungen im letzten Jahr und damit das zweithöchste Ergebnis seit 2011. Gegenwärtig ist die Bauwirtschaft zumindest im Bereich Neubauwohnimmobilien unverändert sehr gut ausgelastet. Normal wie früher ist dann auch, dass sich viele Fachleute, z.B. die Deutsche Bank einmal mehr präzise Gedanken machen, ob nun nicht bald genügend Wohnungen in Hamburg gebaut wurden. Nach Ansicht des Instituts soll das schon im Jahr 2022 der Fall sein.

Einer ebenfalls alten Normalität entsprechen der Wunsch der Suchinteressenten nach einem hohen Preis-/Leistungsverhältnis und schließlich auch die Bereitschaft, dafür noch höhere Preise in Kauf zu nehmen, vor allem, wenn sich die gewünschte Immobilie in bester Lage befindet. Normal ist auch, dass die Finanzierungskosten – wie schon seit Jahren - unverändert niedrig sind, so dass genügend Spielraum zumindest für das erreichte hohe Preisniveau besteht. Deshalb bleibt es wohl auch normal, dass viele Interessenten erneut intensiv in die Außenbezirke oder gleich an die Stadtränder drängen, da dort das Preisniveau zwischen 30 und 50 Prozent günstiger ist als in den zentralen Lagen. Worin also die neue Normalität am Immobilienmarkt bestehen könnte, müssen wir noch herausfinden!

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