LANGFRISTIG MODERATE IMMOBILIENVERTEUERUNG

Conrad Meissler in der "HafenCity Zeitung"
Investitionen in Immobilien sind eine sehr langfristige Angelegenheit, vor allem in Deutschland. Das zeigt einmal mehr der aktuelle Immobilienindex des Marktforschungsinstituts BulwienGesa, der vom aktuellen Stand Ende 2019 gesehen mittlerweile 44 Jahre bis 1975 zurückreicht und den auch die Bundesbank im Rahmen ihrer Berichterstattungen verwendet. Die inzwischen langen Zeitreihen des Instituts ermöglichen einen nüchternen Blick auf die Lage an den Immobilienmärkten, insbesondere in den deutschen Großstädten, wo seit kurzem die Politik versucht, angeblich ausufernde Mietentwicklungen mit gesetzlichen Einfriermaßnahmen zu stoppen. Denn der Index belegt, dass über lange Zeiträume Mieten und Preise nur moderat gestiegen sind. Zwischen 1979 und 1988 sowie zwischen 1993 und 2008 gab es sogar sehr lange Zeiträume, in denen die Mieten kaum bis gar nicht gestiegen sind. Wer zum Beispiel Anfang der 90er Jahre investierte, benötigte etwa 15 bis 18 Jahre, um wenigstens wieder nominal seinen Einstandspreis wiederzusehen. Würde man inflationsbereinigt rechnen, dürfte es noch weitere Jahre bis zum Einstand der Ursprungsinvestition dauern.

Die Steigerungsraten bei den Wohnungsmieten fallen ebenfalls niedrig aus. Im Zeitraum 1975 bis 1990 verteuerte sich eine Bestandswohnung um 4,9 % im Jahresdurchschnitt, im Zeitraum 1990 bis Ende 2019 jedoch nur um 2,7 % pro Jahr. In beiden Zeiträumen entwickelten sich die Mieten ähnlich wie die Inflation, die noch in den 70er und 80er Jahren sehr hoch waren.

Während die Mietwohnungsmärkte in den 90er und 2000er Jahren ein Paradies waren, hat sich inzwischen die Lage gewandelt. Am stärksten stiegen Preise und Mieten - kaum verwunderlich - in den gesuchten Wohnlagen der Innenstädte. Ob Mietendeckel für dort lebende, eher gut verdienende Menschen sinnvoll sind, ist zweifelhaft. Bei Betrachtung der langfristigen Entwicklung dürften sich Mieten und Preise bundesweit und so auch in Hamburg weiter nach oben entwickeln, immer mal wieder unterbrochen durch stagnierende bzw. konsolidierende Phasen. Wer also einen langen Atem hat, kann sich ziemlich sicher über positive Wertentwicklungen seiner Immobilien freuen.

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