AUSBLICK 2020

Conrad Meissler für "HafenCity Zeitung"
Wie geht es weiter am Hamburger Wohnimmobilienmarkt? Haben die Preise zum Ende des Jahres 2019 ein Höchstniveau ausgebildet, das so schnell nicht mehr überschritten wird oder wird es gar zu ersten Rückgängen kommen? Im vergangenen Jahr hatten wir prognostiziert, dass sich 2019 gegenüber dem Vorjahr nicht allzu viel ändern dürfte und haben damit Recht behalten. Erneut haben sich Kaufpreise und Mieten erhöht, wobei die Mieten nur noch leicht um ca. 1,3 Prozent gestiegen sind. Verkaufszahlen und Transaktionsvolumen sind ebenfalls nahezu unverändert. Mildernd auf den durchschnittlichen Preisanstieg hat sich der steigende Anteil an Immobilien in weniger gesuchten Lagen der Stadt ausgewirkt. Auch die Rahmenbedingungen sind nahezu die gleichen wie vor einem Jahr. Die Zinsen sind und bleiben niedrig, der Drang in die Metropole des Nordens und damit die Nachfrage halten an, während das Angebot trotz erhöhter Neubauanstrengungen mit der Nachfrage nicht Schritt hält.

Die Dynamik, die den Markt noch 2018 prägte, hat im Jahresverlauf 2019 etwas nachgelassen. Die Interessenten legen viel stärker als noch vor einem Jahr Wert auf die Qualität der Angebote und folgen nicht mehr jeder Preisvorstellung der Anbieter. Damit haben sich die Vermarktungszeiten etwas verlängert, also die Zeit, die zwischen dem ersten Angebot und dem Kaufvertragsabschluss liegt. Die leichte konjunkturelle Eintrübung, Handelskriege und politische Unsicherheiten haben durchaus Einfluss auf die Haltung der Kaufinteressenten, die von mehr Vorsicht gekennzeichnet ist. Mäßigend auf die Mietpreisentwicklung wirkt ein etwas besseres Angebot, vor allem weil zunehmend Neubauwohnungen, die in letzter Zeit fertig gestellt wurden, von Kapitalanlagen erworben wurden und nun schrittweise in den Vermietungsmarkt kommen.

Für das Jahr 2020 erwarten wir eine anhaltende Konsolidierung auf dem erreichten hohen Preisniveau. Immobilien in hoher Qualität in bevorzugten Lagen werden jedoch erneut teurer werden. Kräftigere Preissteigerungen erwarten wir auch im Umland, da sich der Trend verstärkt, dass Käufer wegen des erreichten hohen Preisniveaus vermehrt in die Randlagen der Hansestadt drängen.

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