FUNKTIONIERT DER HAMBURGER WOHNUNGSMARKT?

Conrad Meissler in der "HafenCity Zeitung"
Wie erhitzt ist der Hamburger Wohnungsmarkt wirklich; funktioniert er überhaupt noch so, wie man es sich wünscht? Besteht also ausreichend Angebot an Wohnraum zu bezahlbaren Mieten oder Preisen? Der anscheinend immer irrationaler werdenden Politik setzten die Spitzenverbände der Hamburger Wohnungswirtschaft eine ganz nüchtern recherchierte Studie entgegen. Untersucht wurden 270.000 Daten von insgesamt 712.000 Hamburger Mietwohnungen. Im Ergebnis stehen ausreichend Mietwohnungen auf dem Hamburger Wohnungsmarkt im Angebot zu Mieten im Durchschnitt von 8,21 Euro je Quadratmeter Wohnfläche zur Verfügung.

Mit klaren Fakten soll also der Politik Einhalt geboten werden, von der man sonst die Installation eines nach Berlin weiteren Mietendeckels oder ähnlich weitgehende Eingriffe in den Wohnungsmarkt befürchtet. Politik reagiert aber vor allem heute nicht auf Fakten, sondern viel mehr auf Emotionen, auf Ängste und Sorgen. Sie wendet sich an ihre besorgten Wählergruppen und veranlasst Maßnahmen, die für die weitere Marktentwicklung kontraproduktiv sind. Sie bildet mit ihren Maßnahmen den Teil der Wirtschaft, so wusste es bereits Ludwig Erhard, der zu 50 Prozent aus Psychologie besteht.

Vertrauen kann so nicht entstehen, weder bei den Vermietern oder Verkäufern, noch bei den Mietern oder potentiellen Käufern. Denn selbst Mieter können den Regulierungen nicht langfristig vertrauen. Einzelne regulierende Maßnahmen könnten keinen Bestand vor den Gerichten haben oder zu erratischen Auswirkungen in der Preisbildung führen, wenn die Regulierungen einmal auslaufen sollten. Langfristig dürfte sich die Knappheit an Wohnraum eher noch verschärfen, da der Neubau nachlassen dürfte. Heutige Eingriffe könnten also die Problematik weit in die Zukunft verlängern.

Die Frage, ob der Hamburger Wohnungsmarkt noch funktioniert, lässt sich so beantworten: Ja, solange man das Angebot fördert und die Preisbildung nicht reguliert, wird sich langfristig ein tragfähiger Ausgleich einstellen und ausreichend bezahlbarer Wohnraum zur Verfügung stehen

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