15.07.2026
Immobilienmarkt macht im Sommer keinen Urlaub
Die Schlagzeilen über den Zustand der Welt könnten die Meinung verstärken, dass auch am Immobilienmarkt ein Niedergang herrscht. Steigende Energiepreise, vor allem durch den Irankrieg verursacht, lassen die Inflation und in Reaktion durch die Notenbanken die Zinsen wieder steigen. Doch tatsächlich hat weder dieser neuerliche Krieg noch die schwache wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland tiefere Spuren am Wohnimmobilienmarkt hinterlassen. Selbst die zwischenzeitlich etwas gestiegenen Zinsen zeigen derzeit kaum bis gar keine Wirkungen. Zwar weisen einzelne Studien auf einen leicht dämpfenden Einfluss höherer Finanzierungskosten hin, in der täglichen Marktpraxis bei uns in den Hamburger Elbvororten ist davon derzeit jedoch kaum etwas zu spüren.
Der Markt präsentiert sich vielmehr bemerkenswert ausgeglichen. Die Nachfrage nach hochwertigen Wohnimmobilien ist weiterhin solide, gleichzeitig steht den Kaufinteressenten ein deutlich besseres Angebot zur Verfügung als noch vor wenigen Jahren. Der demografische Wandel, veränderte Lebenssituationen und eine höhere Verkaufsbereitschaft sorgen dafür, dass Käufer heute wieder Auswahl haben. Das führt zu einer entspannten Marktsituation, von der beide Seiten profitieren können. Denn auch die Interessenten sind beherzter in ihrer Suche nach ihrem neuen Zuhause als wenn ihnen nur ein geringes Angebot zur Verfügung stünde. Die aktuellen Marktdaten bestätigen dieses Bild. Nach den Auswertungen von ImmoScout24 bewegen sich die Angebotspreise in Hamburg seit Jahresbeginn wieder leicht nach oben. Bestandswohnungen verteuerten sich im Jahresvergleich um rund 3,4 Prozent, Neubauwohnungen um 4,0 Prozent.
Für Kaufinteressenten beginnt während der Sommerferien eine traditionell interessante Marktphase. Denn die Zahl der aktiv Suchenden nimmt erfahrungsgemäß etwas ab. Eigentümer, die ihre Immobilie dennoch veräußern möchten, zeigen sich in dieser Zeit häufig verhandlungsbereiter, sodass sich durchaus attraktive Kaufgelegenheiten ergeben können. Insofern macht der Immobilienmarkt in den Sommerferien keinen Urlaub, sondern bietet durchaus interessante Chancen.
CONRAD MEISSLER
FÜR DEN HAMBRUGER KLÖNSCHNACK
