PROZENTRECHNUNG HILFT NICHT IMMER

Andreas Walther im "Klönschnack"
Prozentrechnung erscheint auf den ersten Blick als eine logische mathematische Relation, mit der man Veränderungen klar und einfach bemessen kann. Bei den Immobilien zumal werden gern prozentuale Veränderungen gemeldet, um zu verdeutlichen, wie sehr sich Wohnraum einmal mehr verteuert hat. Unlängst schrieb das Wirtschaftsmagazin „Capital“ über den Hamburger Wohnimmobilienmarkt und bewertete die Stadtteile nach den Aussichten für Käufer. So hätten Käufer von Wohnimmobilien, die sich heute engagieren, danach beste Wertsteigerungschancen in Wandsbek und Bergedorf, gefolgt von Wilhelmsburg und Bramfeld. Eher mau sieht es nach der Einschätzung für Harvestehude oder Eppendorf und andere sehr gute Wohnlagen der Hansestadt aus, insbesondere die Elbvororte.

 
Hintergrund ist, dass sich die früher eher schwachen Wohnlagen erheblich verbessern und angesichts der starken Nachfrage nach Wohnraum in Hamburg und wegen der auch dort vielen Neubauten sehr gut entwickeln. Die prozentualen Zuwächse bei den Immobilienpreisen in den einst schwächeren Lagen erscheinen sehr hoch. Besinnt man sich aber auf die vollen Preise, so klingt ein prozentualer Anstieg von 10% bei Preisen in Wandsbek oder Bergedorf zwischen 2.500 €/qm und 4.000 €/qm zwar hoch, führt aber „nur“ zu Preisen von 2.750 €/qm oder 4.400 €/qm. Ganz anders dagegen in Harvestehude oder entlang der Elbchaussee, wo Wohnraum zwischen 7.000 €/qm und 18.000 €/qm kostet. Es reicht dort ein prozentualer Anstieg von nur 3% Prozent, um den effektiven Preisanstieg in den schwächeren Lagen zu übersteigen. 

Auf den ersten Blick erscheinen derzeit Wandsbek oder Bergedorf und andere einst weniger beachtete Lagen zwar als die womöglich dynamischeren Standorte. Denn dort könnten die Preise von dem noch immer vergleichsweise niedrigen Niveau rasch anziehen. Tatsächlich aber findet kräftige Wertsteigerung in den schon früher und auch heute besten Lagen der Hansestadt statt. Dies dürfte sich auch künftig nicht ändern, so dass es beim alten Grundsatz bleibt, dass letztlich nur die Lage zählt. 
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